
LORCH auf der EUROBLECH 2004, Hannover
Halle 13, Stand E 70
Anwenderbericht - Schweißtechnik
Keine Angst vor Investitionen.
Automatische Schweißtechnik: 10 Mal schneller und besser
Schweißen ohne Nachzudenken das ist es, was die Schnelldorfer Maschinenbau GmbH Kunden ermöglichen will. Für ihre Schweißautomaten entwickeln die Ingenieure Steuerungen, die dem Bediener im Zweifelsfalle klar sagen, was zu tun ist.
Autor: Thomas Preuß, Stuttgart
Stell dir vor, es ist Automatisierung, aber keiner geht hin. In dem abgewandelten Brecht-Spruch ginge es nun weiter „…dann kommt die Automatisierung zu dir.“ Vielen Anwendern der Schweiß-Branche schwant längst, dass sie sich mit Automatisierungsfragen befassen sollten, aber nur wenige tun es. Dabei sprechen die Zahlen Bände: Schafft ein ausgebildeter Schweißer zum Beispiel beim WIG-Schweißen zwischen zehn und 15 cm Naht in der Minute, bringt es ein Automat auf ein bis vier Meter je nach Werkstoff und Dicke des Materials. Und er arbeitet reproduzierbar, stößt die Teile in einer immer gleich bleibenden Qualität aus. Eigentlich dürfte es das Wort „Investitionsstau“ überhaupt nicht geben. Einer, der seine Kunden wettbewerbsfähiger machen und ihnen die Hemmungen vor automatisierten Schweißanlagen nehmen will, ist Dr. Hans-Jürgen Wolf, Geschäftsführer der Schnelldorfer Maschinenbau GmbH in Schnelldorf.
Der Ort liegt nahe dem Autobahnkreuz Feuchtwangen / Crailsheim, wo sich die Autobahnen 6 und 7 treffen, zwischen Stuttgart und Nürnberg, zwischen Augsburg und Würzburg. Und genauso leicht, wie nun der Ort auf der Landkarte zu finden ist, sollte laut Wolf ein Anwender einen Schweißautomaten bedienen können. Sein Credo:“ Der Bediener soll entspannt und fehlerfrei arbeiten können, und wenn er nicht weiter weiß, sagt die Steuerung, was zu tun ist.“ Die entwickelt er deshalb selbst, und damit der Anwender sich schnell auskennt, ist die Menüstruktur „windowsartig“. Der Unternehmer will „keine Maschine, sondern eine Technologie“ liefern und tritt als Generalunternehmer auf. Der Kunde bekommt ein Paket, das die automatische Vorrichtung, Rechnersteuerung, Sicherheits- und Fördertechnik sowie bei Bedarf einen Roboter umfasst. Dazu ein WIG-, MIG/MAG- oder Plasma-Schweißgerät, die Zuführung für den Kaltdraht oder die Kühleinrichtung für die Kupferspannbacken, die die Werkstücke halten und die Wärme von der Schweißstelle abführen. Diese Komponenten müssen bieten, was Wolf von ihnen erwartet: „Das Drahtgerät liefert den Draht, die Stromquelle den Strom, der Kühler kühlt“, erklärt er lakonisch. „Jedes Gerät muss seine Aufgabe einwandfrei erledigen, damit optimale Schweißnähte entstehen. Unsere Maschinensteuerung koordiniert das Zusammenspiel und verwaltet alle Schweißparameter.“
Die Schnelldorfer Maschinenbauer entwickeln unter anderem Längs- und Ecknaht-, Rundnaht- und Folienschweißautomaten, Konturenschweißautomaten für Rohr-in-Rohr-Durchdringungen, Schweißdrehtische und Behälterschweißanlagen. Die Längsnahtautomaten beispielsweise sind für Rohre ausgelegt, die Schweißnähte von bis zu 3.100 Millimetern Länge bewältigen. Wolf sieht sein Unternehmen hier als Marktführer, hat in den letzten zehn Jahren ungefähr 250 derartige Anlagen verkauft. Die Abnehmer fertigen Heizungs-, Lüftungs-, oder Klimatechnik, Filter, Tankwagen, Automobil-Komponenten oder Schornsteinauskleidungen. Ein Bereich, der sich wachsender Nachfrage erfreut: Weil moderne Heiztechnik immer niedrigere Abgastemperaturen verursacht, würden diese Gase am Schornstein kondensieren und das Mauerwerk zerstören. Deshalb erhalten neue Kamine innen eine Auskleidung aus Edelstahl, die das Kondensat zurückhält. Neben diesen „Standardprodukten“ konzipiert das Unternehmen auch Anlagen nach Kundenvorgaben. Etwa einen Plasmaschweißautomaten für Ventilkörpergehäuse, einen über acht Achsen gesteuerten Auftragsschweißautomaten, einen Glühkerzen- oder einen Katalysator-Doppelkopf-Schweißautomaten. Oder eine vollautomatische Fertigungslinie zum Plasmaschweißen von Hochdruckbehältern für Airbag-Kaltgasgeneratoren.
Wolf integriert Schweißgeräte von zahlreichen Anbietern. Im Bereich der WIG- und Pulsarc-Geräte streicht er die V-Serie und die Saprom Stromquellen der Lorch Schweißtechnik heraus: “ Die kommen den Vorstellungen eines Automatisierers entgegen“, erklärt der Schweißfachingenieur. Sie seien modular aufgebaut, hätten einheitliche Gehäusegrößen und Bedienelemente, „und die Bediener werden über Klartextanzeigen geführt. Einschalten und drücken, mehr braucht der Anwender nicht zu tun“, ist Wolf überzeugt. „Dazu braucht er kein Handbuch.“ Von Vorteil sei auch, dass die Anzeige in mehreren Sprachen aufgerufen werden kann. Bei den Schnelldorfern sind vor allem Englisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch und Ungarisch gefragt. Für einen Kunden wurde seitens des Zulieferers sogar Türkisch mit ins Programm genommen. Außerdem, sagt Wolf, sei wichtig, dass die Stromquellen digital und analog kommunizieren können. Mit Hilfe der digitalen Technik lassen sich wiederkehrende Aufgaben ohne großen Aufwand bewältigen: die Geräte speichern bis zu 100 Programme. Damit sich der Anwender möglichst wenig merken muss. Den Job übernimmt die Anlage. Nur Besser. Und Schneller.
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